London: Der erste Eindruck

Seit einem Tag bin ich nun wieder in Berlin und konnte mir zu meinem letzten Trip ein paar Gedanken machen. Jetzt nachdem ich meine Eindrücke verdauen konnte und meine Gedanken sortiert habe möchte ich diese mit euch teilen. Ich finde es nämlich immer schwierig Vorort eine objektive Meinung zu äußern, da man doch sehr von der Stimmungslage beeinflusst wird. Selbstverständlich ist das nur meine Meinung zu der Stadt London und das sollte niemanden in irgendeiner Art beeinflussen.
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Wuselig
Kann man das Wort so benutzen? Irgendwie empfand ich London als eine sehr unruhige und stressige Stadt. Und das mag schon was heißen, dass ich mich als Urberlinerin gestresst gefühlt habe. Denn eigentlich mag ich das Lebendige an einer Großstadt sehr. Wir hatten nicht all zu viel Zeit uns alles anzuschauen, da wir theoretisch nur einen Tag für Sightseeing und Tourist-sein hatten. Dennoch wollte ich mich nicht stressen lassen. Natürlich ist das Empfinden anders, wenn man ganz entspannt durch die Stadt schlendert, als wenn man jetzt zur Arbeit düsen muss. Aber es ist schon ein seltsames Gefühl wenn du durch die Stadt läufst und einfach alle Menschen dich überholen und dabei möglicherweise noch anrempeln.

Überfüllt
Überall sind Massen von Menschen. Es gab wirklich nur wenige Momente wo ich das Gefühl hatte mal richtig durchatmen zu können. London ist einfach sehr voll. Und damit meine ich nicht nur die Menschen die durch die Gegend rennen, auch die Straßen sind voll. Viele Autos und Busse verstopfen die Kreuzungen und man kann ein Elefantenrennen nach dem anderen beobachten. Busfahren macht in der Innenstadt meiner Meinung nach eher wenig Sinn.
dsc00764_fotorKonträr
London ist voller Gegensätze. Alt und neu so dicht beieinander zu sehen ist irgendwie seltsam aber auch spannend. Wenn man an der imposanten Tower Bridge steht und zur historischen Burg „Tower of London“ schaut, sieht man im Hintergrund ein riesiges Kauderwelsch aus modernen Hochhäusern. Und solch einen Anblick hat man in London an diversen Stellen. Ich weiß nicht wie ich das finde, es ist einfach nur sehr absurd und gleichzeitig toll anzusehen.

Teuer
Das hatte ich bereits oft gehört und es hat sich bestätigt. London ist einfach sehr teuer. Tatsächlich bin ich froh, dass mein Freund ähnlich gestrickt ist wie ich und wir nicht in jede Sehenswürdigkeit auch rein mussten. So konnten wir ein Menge Geld sparen, aber das Essen dort kostet eben auch schon etwas. Zum Glück waren wir nicht lange dort, dass ich nicht das Bedürfnis hatte shoppen zu gehen.

Pompös
Sehr viele beeindruckende Orte haben wir gesichtet und an etlichen Luxusläden sind wir vorbeigelaufen. Klar, solche Viertel hat irgendwie jede größere Stadt, aber irgendwie fühlte es sich in London luxuriöser an und ich fühlte mich permanent underdressed. Das könnte auch daran liegen, dass dieses „Königliche“ in der Luft lag. Die Straßen sind auch viel sauberer als ich es erwartet habe. Während Berlin ja bekannt dafür ist etwas schmutzig zu sein und ich in New York von Müll erschlagen wurde, war ich von London sehr überrascht. Es mag vielleicht bekannt sein, aber ich wusste das vorher nicht.

dsc00702_fotorFreundlich
Ich empfand die Londoner als sehr freundlich. Immer wenn wir jemanden nach Hilfe gefragt haben, haben sie sehr nett geantwortet. Man wurde immer freundlich bedient und in die richtige Richtung gelotst. Teilweise hat man gemerkt, dass es etwas aufgesetzt war, aber ist mir immer noch lieber als ständig angepampt zu werden. Aber da bin ich als Berlinerin sicherlich leicht zu beeindrucken.

Undurchsichtig
Es gab so einige Sachen, die ich immer noch nicht verstehe. Wie zum Beispiel das Ampelsystem. Wann genau läuft man jetzt über die Straße? Irgendwie rennt jeder so über die Straße wie er gerade lustig ist. Das liegt vielleicht auch wieder daran, dass alle so gehetzt sind. Und wie funktioniert eigentlich diese oystercard? Wir hatten uns die geholt und kannten das System schon so ungefähr von New York. Aber anscheinend kann man damit gar nicht alle Bahnen fahren? Wir haben viel zu viel Geld ausgegeben weil wir anscheinend Bahnen benutzt haben, die da gar nicht wirklich im Limit enthalten sind. Wir wissen auch bis heute nicht ob man beim Umsteigen auch immer noch mal die Karte an das Gerät halten soll. Für mich war auch der Linksverkehr eine ziemliche Herausforderung, was mich etwas verwirrt hat, da ich das ja eigentlich schon aus Thailand kenne. Aber ich wurde wahrscheinlich total verwirrt durch das Gewusel und den Menschenmassen.

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So im Nachhinein weiß ich immer noch nicht was ich von London halten soll. Ich fand es sehr schön, aber auch anstrengend. Könnte aber auch an unserem kurzem Aufenthalt liegen. Was wir da unternommen haben war großartig und die Sehenswürdigkeiten sind tatsächlich auch sehr sehenswert. London war sehr spannen und ich werde hier noch mal herkommen. Vor Allem mit etwas mehr Zeit ohne mit einem weinendem Auge an alle Läden vorbeilaufen zu müssen. Mich würde mal interessieren wie eure Eindrücke aus London waren. Möglicherweise sieht das ja jemand ganz anders.
Was wir dort aber genau gesehen haben und wie unser Harry Potter Abenteuer war, könnt ihr dann in meinen nächsten Beiträgen sehen 🙂

aisyklein